Isgaard meldet sich zwei Jahre nach dem letzten Album Naked (2014) zurück. Whiteout nennt sich das bereits sechste Album (davor gab es u.a. Wooden Houses aus dem Jahr 2008) der Sängerin Isgaard und des Produzenten, Komponisten und Musikers Jens Lueck, denn auch wenn Isgaard auf dem Cover steht, so ist es doch eigentlich ein gemeinsames Projekt der beiden Musiker. Und man kann konstatieren, dass die Formation von Platte zu Platte besser geworden ist.

War schon der Vorgänger Naked sehr gut, so ist Whiteout sicherlich die beste Produktion des Duos bisher. Ein Grund ist das sehr gute Songwriting, welches deutlich abwechslungsreicher ausgefallen ist, als dies bei früheren Veröffentlichungen der Fall war. Der Grundsound ist zwar gleich geblieben – es gibt eine Art Cross-Over-Pop – doch die Einflüsse sind deutlich vielfältiger ausgefallen. So gibt es folkige Passagen, Art-Pop-Elementen oder rockigere Arrangements. Und das tut der Musik spürbar gut. Hier verdienen sich die Gastmusiker auch ein großes Lob, denn vor allem die echten Streicher werten den Sound enorm auf. Und Ingo Salzmann bringt mit seiner E-Gitarre stellenweise floyd’sche Anklänge in die Musik ein. So entstehen stimmungsvolle Klangflächen über die sich der Gesang von Isgaard legen kann und die Grundlage nutzt, um mit ihrer tollen Stimme, das Tüpfelchen auf dem I zu setzen. Höhepunkt ist sicherlich das dreigeteilte titelgebende Epos “Whiteout“ mit seinen gut 13 Minuten, die nie langweilig werden und fast schon progressiven Charakter aufweisen.

Whiteout ist richtig gut geworden und hat großes Potenzial, auch eine größere Hörerschaft zu finden. Isgaard ist in der ersten Liga angekommen und muss sich vor der Konkurrenz nicht verstecken. Überzeugend!

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